Kurioses über den Hévízer See

Die Entstehung des Hévízer Sees

Der Heilsee von Bad Hévíz ist der weltweit größte natürliche und biologisch aktive Thermalsee. Die heilende Wirkung seines Wassers schätzten schon die Römer. Archäologische Ausgrabungen beweisen, dass die Gegend bereits am Ende der Steinzeit bewohnt war. In der Árpádenzeit (um das Jahr 1.000) wurde die Kirche auf dem Egregy-Hügel erbaut.

Ur-Hévíz tritt zutage

Vor 2 bis 4 Millionen Jahren haben Wind- und Flusswirkungen einen großen Teil der pannonischen Schlichten nach Süden verfrachtet. Durch Verschiebungen und Einstürze bildeten sich Grabensysteme an der Erdoberfläche, die vor ca. 22.000 Jahren den Balaton entstehen ließen. Als Folge vulkanischer Nachwirkungen traten erste Warmwasserquellen an die Erdoberfläche, darunter die„Ur-Hévíz-Quelle“. Mit ihr begann auch die Geschichte des Hévízer Sees.

  • Die ursprüngliche Thermalquelle von Bad Hévíz („Ur-Hévíz“) lag vor 2 Millionen Jahren wahrscheinlich viel höher als heute, nahe der Burg von Rezi auf dem etwa 427 m hohen Warmberg (ungarisch: Meleghegy). Danach verlagerte sich die Quellöffnung immer mehr Richtung Süd-Westen und weiter talwärts.
  • Eine zweite Quelle entsprang an der Anna-Kapelle in Cserszegtomaj, auf 182 m Höhe. Vor 1 bis 2 Millionen Jahren befand sie sich auf dem Bikedi Berg (181 m), 3 km von Bad Hévíz entfernt. Im Mittelpleistozän entsprang die Quelle 1,5 km vom heutigen Badeort entfernt auf dem Hügel von Dobogó (145 m).
  • An seiner heutigen Stelle trat das Wasser erstmals vor ca. 20.000 Jahren hervor.

Die Bad Hévízer Quelle mündete ursprünglich in den Balaton. Durch klimatische Veränderungen sank der Wasserstand des Balaton ab. Im vorzeitlichen Seebett bildete sich aus den abgestorbenen Teilen des üppigen Pflanzenbestandes ein Torfmoor, das sich auf einer Breite von 1 bis 1,5 km in Richtung Osten bis zum Dobogó Hügel sowie bis zum Hügelzug von Cserszegtomaj ausdehnte. Nach Süden hin erstreckte sich die moorige, flache Ebene des Hévízer Tales bis zum Flussbett der Zala, nach Norden bis zur Höhe der Gyöngyöser Tscharda.
Das Wasser des Bad Hévízer Sees stammt aus einem unterirdisches Speichersystem, das im Trias und Pannon entstand. Die Erdwärme in den tieferen Schichten der Erdkruste bestimmt seine Temperatur.

Schon gewusst, dass

  • die Wassertemperatur im Bad Hévízer See im Winter 23 bis 25 °C beträgt – im Sommer sogar 33 bis 36 °C?
  • dass Wasser in ständiger Bewegung ist? Einerseits kreist es langsam von links nach rechts, andererseits von unten nach oben, da wärmeres Wasser aufsteigt und kühleres Wasser absinkt. Diese Strömungen sorgen für eine spürbare Massagewirkung.
  • die Dampfhaube über dem Wasserspiegel im Winter das Auskühlen des Wassers verhindert und zugleich ein ideales Freiluft-Inhalatorium ist? Der verdampfende Schwefelwasserstoff hat beim Einatmen eine wohltuende Wirkung auf stark beanspruchte Stimmbänder.
  • Bad Hévíz als ältestes und bekanntestes Thermalbad Ungarns auf eine mehr als 2.000 Jahre alte Geschichte zurückblicken kann, die bis in die Römerzeit zurückreicht?
  • der Bad Hévízer See mit den Vulkankegeln des Tapolca-Beckens und dem Quellkegel der Halbinsel Tihany im Januar 2003 auf die Empfehlungsliste des Nationalen Welterbe-Komitees aufgenommen wurde?

Legenden ranken sich Bad Hévíz.

Um die Heilkraft des Bad Hévízer Sees ranken sich einige Legenden, eine davon stammt aus der Römerzeit. Eine Amme flehte die Heilige Jungfrau an, ihr erlahmtes Kind zu heilen. Bald darauf brach warmes Wasser aus der Tiefe hervor, das den spindeldürren, verkrüppelten Kinderkörper völlig genesen ließ. Das besagte Kind soll kein anderer als der oströmische Kaiser Flavius Theodosius gewesen sein, der das Christentum im Jahre 391 zur Staatsreligion erklärte. Die so entsprungene Quelle speist seither den weltweit einzigartigen Hévízer See.

Auch die Geschichte des alten Dubius versetzt uns zurück in die Zeit der Römer. Dieser war mit einer nervösen, zänkischen Frau verheiratet. Die alte Dubia hatte Rheuma, was ihr schwer zusetzte. Einmal machte Dubius am Ufer des Sees in der Umgebung ein Spaziergang. Er sah, wie die Wildtiere aus dem Walde zum See kamen, badeten und erfrischt und übermütig von der Quelle fortsprangen. Da ging der alte Dubius nach Hause und überredete seine Frau, mit ihm zu der Quelle zu gehen. Dubia tauchte nur einmal ins Wasser ein und ihre Krankheit war wie abgefallen. Glücklich und zufrieden kehrten sie nach Hause zurück.

Eine andere Legende besagt, dass der der Teufel einst in der Dorfflur pflügte. Die Arbeit war aber so schwer, dass Luzifer seinen Pflug auf die Erde schleuderte. Die Pflugschar geriet dabei tief in den Boden und an dieser Stelle entsprang die Hévízer Quelle.

Dass einst Riesen um Hévíz, Keszthely, Tátika und Rezi lebten, erzählt folgende Geschichte: Die Riesenkinder spielten auf den herrlichen Wiesen in der Umgebung von Szentandrás, Egregy und Keszthely. Eines Tages wollten sie einen Brunnen graben. Plötzlich schoss aus der Tiefe der Erde warmes Wasser hoch und der Hévízer See war entstanden.

Die nächste Legende führt uns in die Zeiten unserer Ahnen. Da gab es einen Hirten, der seine Kuhherde immer zum Sumpf trieb, um Mittagsruhe zu halten und die Tiere trinken zu lassen. Dabei sah er, wie eine Kuh mit einem verletzten Fuß immer wieder im sumpfigen Gebüsch verschwand und am Rande eines kleinen Sees stehen blieb. Als er ihr folgte, bemerkte er, dass das Wasser hier viel wärmer war als anderswo im Sumpf. So stellte auch er sich mehrmals in den See hinein, um seine wunden Füße zu baden und nicht einmal eine Mondwende verging und er fühlte sich wie neu geboren. Er konnte nun sogar wieder einen Schuhplattler tanzen. Diese Heilung kam dem findiger Rittergutsbesitzer zu Ohren. Er trennte den warmen Hévízer See vom kalten See. So entstand der heutige Hévízer See, zum Heil vieler Kranker.

(Quelle: Buch von Endre Szántó: Hévíz und Umgebung)

Haben Sie schon über den ikonische Cherubs gehört?

Der Eingang des Thermalbades wird von zwei Cherubs bewacht, die zum Auftrag der Familie Festetics angefertigt worden sind. Sie weisen eine enorme Ähnlichkeit zu den Cherubs der Familie Festetics in Pécs auf. Der aus einem Löwen und einem Adler zusammengeschweißte Drache ist auch im offiziellen Wappen der Stadt Hévíz aufzufinden.

In der Mythologie der antiken semitischen Völker haben die Cherubs den Göttern gedient. Sie haben vor den Toren gestanden und die bösen Gespenster ferngehalten. Ihre Abbilder pflegte man auf den Toren von königlichen Palästen oder Kirchen in Steine zu hauen, deshalb hat auch die Familie Festetics sie wahrscheinlich machen lassen.
Der Legende nach ertönen die Cherubs, wenn jemand zwischen ihnen durchgeht und falls es keine Liebe in seinem Herzen gibt. Laut anderer Erzähler sind es nicht die Cherubs, sondern einer der auf dem Turm des Thermalbades versehenen Hähne, der ertönt, wenn sich jemand ohne Liebe aus der Stadt verabschiedet. Dafür hat es aber bislang kein Beispiel gegeben.

 

Verwandte Artikel


Hévíz: Der ultimative Hafen für Erholung & Natur. Gerade jetzt im Advent.

Hévíz: Der ultimative Hafen für Erholung & Natur. Gerade jetzt im Advent.

30. November 2018 | 13:01

Reisebericht von Creativelena (Elena Paschinger)

Kinesiologisches Labor im Festetics Badehaus!

Kinesiologisches Labor im Festetics Badehaus!

18. Februar 2019 | 08:55

Schauen Sie sich an, was die modernste digitale Techonolige über den Zustand Ihrer Knochen, Gelenke und Muskeln sagt!

Liebesgeflüster zwischen Seerosen im größten Thermalsee der Welt

Liebesgeflüster zwischen Seerosen im größten Thermalsee der Welt

12. März 2019 | 15:48

Der größte natürliche Thermal-Badesee der Weltmacht Bad Hévízzur beliebten Kur- und Wellness-Destinationenan der westungarischen Bäderstraße. Honeymooner tauchen in dem von Seerosen gesäumten See ab – zuvor gibt es auf Wunsch eine Hochzeitszeremonie in luftiger Höhe.

Hévíz.hu Unterkunft Angebote