Wo nicht nur Olaszrizling zum Wein wird
In Rieslingland kannst du gastfreundliche Weinkeller besuchen, einen Einblick in die Tradition des Weinbaus gewinnen, auf den Terrassen kleiner Weingüter exzellente Weine probieren und dich in anregende Gespräche mit den Winzern vertiefen. Freu dich auf eine unvergessliche Reise!
Ein stilles Juwel des Balaton-Oberlandes
Der Rezi-Weinberg, nur zehn Minuten von Keszthely entfernt, ist mehr als nur ein Hügelzug an der Grenze zwischen Balaton-Oberland und Komitat Zala – er ist eine eigene kleine Welt, die die Einheimischen liebevoll Rieslingland nennen.
Dieser Name kommt nicht von ungefähr: Der Olaszrizling prägt die Region seit Jahrzehnten, doch hier zeigt er einen ganz eigenen Charakter.
Das Gebiet besitzt ein außergewöhnliches Mikroklima: Die nach Süden ausgerichteten Hänge sind ideal für den Weinbau.
Die Nähe zu den Alpen sorgt für mehr Niederschlag, während der Balaton und die Zalaer Hügel ein ausgeglichenes Klima mit kühleren Nächten und längerer Reifezeit schaffen.
All das verleiht den Weinen eine feine Säurestruktur und intensive Aromen.
Besonders macht Rezi auch, dass hier keine industrielle Massenproduktion stattfindet: Kleine, handwerkliche Weingüter bewirtschaften die Reben persönlich – jede Traube, jede Flasche wird mit Hingabe gepflegt.
Neben Klassikern wie Olaszrizling, Grauburgunder (Szürkebarát) und Blaufränkisch (Kékfrankos) experimentieren immer mehr Winzer mit alten ungarischen Sorten wie Nektár, Zengő oder Rozália.
Drei Weingüter aus Rieslingland
Besuche sie einzeln oder als Teil einer Weinwanderung – die Keller liegen nah beieinander. Eine Terminvereinbarung ist erforderlich.
Takács Zsolt Weingut – Eine Reise ins 18. Jahrhundert
Auf den Weinbergen, die einst auch von der Familie Festetics bewirtschaftet wurden, führt heute Zsolt Takács die Familientradition fort. Seit dem 18. Jahrhundert wird hier Wein gemacht – das Wissen wurde von Generation zu Generation weitergegeben.
Zsolt, die achte Generation, bewirtschaftet das nur 1 Hektar große Weingut mit familiärer und freundschaftlicher Unterstützung – alles von Hand. Neben seiner Arbeit als Winzer ist er auch ein leidenschaftlicher Erzähler über den Rezi-Weinberg.
Sein Aushängeschild ist der Nektár – eine ungarische Rebsorte mit Hungarikum-Status, die er als trockene und halbtrockene Variante anbietet. Das Sortiment umfasst zudem spannende Weine wie Zengő, Tramini, Chardonnay und Kékfrankos.
Die Weine entstehen mit moderner Technik, aber auf natürliche, traditionelle Weise – und tragen den Charakter des Rezi-Weinbergs in sich.
Kontakt:
Stell dir vor: Wo heute die dolomitischen Gipfel des Keszthelyer Gebirges in den Himmel ragen, rauschten einst die Wellen eines tropischen Meeres. Die Landschaft, die wir als unveränderlich empfinden, ist in Wirklichkeit nur ein vergänglicher Gast auf der Bühne der Erdgeschichte. Wie wird aus einem seichten Tropenmeer ein ungarisches Mittelgebirge? Warum reißt Dolomitgestein? Und wie beeinflusst das heute die landwirtschaftliche Nutzung? Begib dich auf eine Reise durch Millionen Jahre – in eine Geschichte, die in Stein geschrieben steht. Gebirge, Ebenen, Inseln, Meere, Flüsse, Seen – all diese Begriffe wirken aus menschlicher Perspektive beständig, sind aus Sicht der Erde jedoch oft nur flüchtige Erscheinungen. Die Gesteine unseres Planeten sind ständig in Bewegung. Wie zerbrochene Schalenstücke auf einem gekochten Ei treiben die tektonischen Platten der Erdkruste auf dem plastischen Untergrund und befinden sich auf einer ewigen Reise. Manche driften aufeinander zu, schieben sich übereinander oder falten sich zu Gebirgen. Andere senken sich ab, sodass Senken, Seen oder sogar ganze Meere entstehen können. So kommt es, dass der Dolomit und Kalkstein des Keszthelyer Gebirges in einem tropischen Flachmeer abgelagert wurden, das einst Tausende Kilometer entfernt lag und seit Dutzenden Millionen Jahren nicht mehr existiert. Die Landschaft ähnelte jener, die wir heute in den paradiesischen Regionen der Bahamas finden. Der nördliche Teil des Keszthelyer Gebirges besteht aus jungen, nur wenige Millionen Jahre alten vulkanischen Gesteinen. Im Süden hingegen – etwa bei Rezi oder Cserszegtomaj – dominieren deutlich ältere Dolomite, die im tropischen Meer entstanden. Neben den weitverbreiteten Schichten des sogenannten Hauptdolomits – auch in den Alpen zu finden – tritt hier fleckenweise der über 200 Millionen Jahre alte Rezi-Dolomit auf. Das Keszthelyer Hochland wird von einem Nord-Süd-Talsystem und mikrotektonischen Störungen durchzogen. Aufgrund der dünnen Bodenschicht und des stark gegliederten Reliefs ist das Gebiet zu über 70 % bewaldet. Die verkarstete Oberfläche ist ganzjährig wasserarm und weist besondere ökologische Merkmale auf. Das Plateau ist von inneren Becken gegliedert und wird durch tiefe tektonische Bruchlinien wie die Hévízer- und Edericser-Störung begrenzt. Diese Struktur macht das Gebiet auch anfällig für seismische Aktivität. Die durch Zerfall und Verwitterung entstandenen Böden auf dem Dolomitschutt bilden die natürliche Grundlage der heutigen Landnutzung. Einige unserer Produzentinnen und Produzenten arbeiten am westlichen Rand des Keszthelyer Hochlands – einem Gebiet, das von den 350 bis 440 Meter hohen, tektonisch herausgehobenen Horsten geprägt ist.
Die Erdoberfläche – nur scheinbar konstant
Im Norden Vulkanismus – im Süden Tropenmeer
Die geologische Grundlage der heutigen Landnutzung



