Regionale Produkte und Radrouten

Für wen empfohlen?

Obwohl die Tour einen anspruchsvolleren Anstieg beinhaltet, verläuft sie größtenteils auf Radwegen oder sehr verkehrsarmen landwirtschaftlichen Straßen und kann daher auch mit Kindern absolviert werden. Aufgrund der Steigung lässt sich die Strecke mit einem Elektrofahrrad leichter bewältigen, doch wegen der kurzen Distanz ist sie auch für Anfänger geeignet.

Empfohlener Fahrradtyp

Die Strecke kann nahezu mit jedem Fahrrad bewältigt werden, da die Wege fast durchgehend aus gutem Asphalt bestehen. Besonders empfehlen wir Trekkingräder.

Rastplätze unterwegs

Etwa auf halber Strecke, am Ende des Anstiegs, eröffnet sich vom Fahrrad-Rastplatz ein wunderschönes Panorama. Natürlich lohnt sich auch ein Halt bei der handwerklichen Schokoladenmanufaktur oder in der fast direkt gegenüberliegenden Dorfkneipe für ein Erfrischungsgetränk.

Gefährliche Abschnitte

Beim Erreichen der Hauptstraße in Felsőpáhok kann auf einem etwa 300 Meter langen Abschnitt stärkerer lokaler Verkehr auftreten. Vom Dorfzentrum an verläuft die Strecke stark bergab – besonders auf Kinder sollte bis zur Kirche geachtet werden. Von dort führt bereits ein Radweg zurück nach Hévíz.

Die Tour beginnt beim Tourinform-Büro in Hévíz und endet auch dort.
Sie besteht aus 4 Abschnitten.

Gesamtlänge der Tour: 10,2 km

1. Abschnitt: 1,6 km

Route

Tourinform – Széchenyi-Straße – Kreisverkehr – Szent-András-Straße – MaVir-Station

Vor dem Tourinform-Büro (am nördlichen Ende der Rákóczi-Straße) biegen wir in die Széchenyi-Straße ein. Es empfiehlt sich, das Fahrrad zunächst über den Fußgängerüberweg zu schieben und erst in der Széchenyi-Straße aufzusteigen. Die Straße steigt stark an (ca. 4 %) bis zum Kreisverkehr am Ende der Straße. Im Kreisverkehr fahren wir geradeaus weiter (3. Ausfahrt). Die Szent-András-Straße führt anschließend steil bergab bis zur Trafostation, wodurch sich der vorherige Kraftaufwand schnell ausgleicht.

Im Stadtzentrum von Hévíz sind die Straßen in gutem Zustand. Die Széchenyi-Straße ist relativ breit und trotz der starken Steigung sicher befahrbar. Die Szent-András-Straße ist schmaler, allerdings auch sehr verkehrsarm. Dennoch empfiehlt es sich ab dem Kreisverkehr, die Hände bremsbereit zu halten.

Während des Anstiegs sehen wir auf halber Strecke die von den Einheimischen „Blaue Kirche“ genannte römisch-katholische Heilig-Geist-Kirche. Das moderne Bauwerk wurde 1999 geweiht, seine sieben Türme symbolisieren die sieben Gaben des Heiligen Geistes. Sowohl außen als auch innen birgt die Kirche zahlreiche Besonderheiten. Gegenüber befindet sich das Rathaus mit einem Mosaikbild des heiligen Stephanus an der Fassade.

Auf dem Hügel in Richtung Páhok befand sich der älteste Ortsteil von Hévíz: Szentandrás. Die Siedlung erhielt ihren Namen nach dem Schutzheiligen ihrer Kirche, die erstmals Anfang des 14. Jahrhunderts erwähnt wurde. Die ursprüngliche Kirche wurde während der Türkenzeit zerstört. Anfang des 19. Jahrhunderts errichtete man zunächst einen hölzernen Glockenturm, später einen steinernen Glockenturm. 1966 wurde das Gebäude erneut als Kirche geweiht. Nach dem Bau der Blauen Kirche erhielt das Gebäude jedoch eine neue Funktion und dient seit dem Jahr 2000 als soziale Einrichtung.

2. Abschnitt: 2,5 km

Route

MaVir-Station – Abzweigung Bük – Unterführung unter der Straße 760 – Fahrrad-Rastplatz – Felsőpáhok

Am Ende der Szent-András-Straße überqueren wir die westliche Umgehungsstraße von Hévíz und erreichen so die Straße neben der Trafostation. Die Straße teilt sich hier, doch selbstverständlich wählen wir nicht den Weg zur Trafostation, sondern die geradeaus nach Norden führende asphaltierte Straße in gutem Zustand.

Etwa 500 Meter nach der Trafostation biegen wir an der ersten asphaltierten Kreuzung links ab. Die Straße steigt zunächst langsam, später immer stärker an, bleibt jedoch durchgehend gut befahrbar. Verirren kann man sich kaum, da es keine unklaren Abzweigungen gibt – dafür aber einige scharfe Kurven.

Bald erreichen wir die Unterführung. Nach deren Durchquerung wird der Anstieg sanfter, und innerhalb von etwa 200 Metern erreichen wir den höchsten Punkt der Tour mit dem Fahrrad-Rastplatz. Hier lohnt sich eine Pause nicht nur zur Erholung vom Anstieg, sondern auch wegen des wunderschönen Panoramas, denn der Rastplatz befindet sich an einem der schönsten Aussichtspunkte der Region.

Nach dem Rastplatz rollen wir auf angenehm flacher Strecke in die Ortschaft Felsőpáhok hinein.

Nach der Trafostation gelangen wir bald in das zu Felsőpáhok gehörende ehemalige Weinbergs- und Gartengebiet nördlich des Dorfes namens Billegér. Früher war die Gegend vollständig landwirtschaftlich genutzt; kleine Wein- und Obstgärten prägten das Landschaftsbild. Heute wurden viele Flächen aufgegeben, die südlichen und westlichen Teile sind bewaldet oder werden als Ackerland genutzt. Nur auf einem kleinen Teil wird weiterhin Wein- und Obstbau betrieben.

Vom höchsten Punkt der asphaltierten Straße über den Hügel bietet sich ein schöner Blick auf die Umgebung – vor allem auf Hévíz und die Hügelzüge des Keszthelyer Gebirges, aber auch auf die Wasserfläche des Balaton.

3. Abschnitt: 3 km

Route

Széchenyi-Straße – Árpád-Straße – Dózsa-Straße – Szent-István-Straße – Szabadság-Straße – Panoráma-Straße – Kölcsey-Straße – Hauptstraße – Abzweigung Hévízer Straße

Nach der Einfahrt in das Gebiet von Felsőpáhok rollen wir etwa 700 Meter geradeaus weiter und biegen dann an der ersten asphaltierten Straße rechts in die Árpád-Straße ein. Der örtliche Fußballplatz und die dazugehörigen Gebäude bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Direkt nach dem Fußballplatz biegen wir jedoch links in die Dózsa-György-Straße ab.

In der Mitte der Straße befindet sich auf der rechten Seite eine der wichtigsten Attraktionen der Route: die KakasBonbon-Schokoladenmanufaktur. Ein Besuch verspricht nicht nur köstliche Geschmacks­erlebnisse, sondern ist auch interessant und informativ.

Wem Schokolade zu süß ist, dem empfehlen wir die etwa 100 Meter weiter links gelegene Páhok-Bierstube, die eher für ihren ausgezeichneten Kaffee als für Bier bekannt ist.

Von der Dózsa-György-Straße biegen wir links auf die Hauptstraße namens Szent-István-Straße ab (eine Besonderheit: Hier trägt die zentrale Straße des Dorfes nicht den Namen Kossuth-Straße). Diese setzt sich als Szabadság-Straße fort. Auf diesem Abschnitt kann stärkerer Autoverkehr auftreten, doch nach wenigen hundert Metern biegen wir rechts in die Panoráma-Straße ab.

Beim Erreichen der Grenze von Alsópáhok gelangen wir über die Kölcsey-Straße zur Hauptstraße von Alsópáhok. Die nächsten etwa 500 Meter sind erneut etwas stärker befahren, doch Radfahrer sind hier keine Seltenheit, weshalb bis zur Hévízer Straße – die gegenüber der Kirche von Alsópáhok links abzweigt – lediglich normale Vorsicht erforderlich ist.

Die Geschichte von Felsőpáhok und Alsópáhok ist – wenig überraschend – eng miteinander verbunden, was sich auch in ihren Namen und der Geschichte ihrer Kirchen widerspiegelt. Der Name der beiden Gemeinden leitet sich vermutlich vom ungarischen Verb „páhol“ ab, das sich auf die in der Gegend verbreitete Gerberarbeit und das Bearbeiten von Rohleder bezog. Grundlage dieser Tätigkeit war das in der Nähe austretende Thermalwasser.

Die Zusätze „Felső“ (oberes) und „Alsó“ (unteres) beziehen sich auf ihre geografische Lage: Felsőpáhok liegt höher auf einem Hügel, während Alsópáhok tiefer im Tal entstand.

Auf dem höchsten Punkt von Felsőpáhok stand bereits im 14. Jahrhundert an der Stelle der heutigen Kirche eine Kirche mit Friedhof, die jedoch während der Türkenzeit zerstört wurde. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde eine neue Kirche errichtet, die als Mutterkirche der Umgebung diente. Als sich das Gotteshaus gegen Ende des Jahrhunderts erneut in schlechtem Zustand befand, verlor es seine führende Rolle und der Sitz der Pfarrei wurde in die damals neu errichtete Kirche von Alsópáhok verlegt.

Die heute sichtbare Kirche von Felsőpáhok wurde 1872 zu Ehren der Auffindung des Heiligen Kreuzes errichtet, während die Kirche von Alsópáhok bei ihrer Weihe im Jahr 1778 der Kreuzerhöhung gewidmet wurde.

Die barocke Kirche von Alsópáhok ist ein denkmalgeschütztes Bauwerk der Gemeinde. Nach ihrer Errichtung wurde der Sitz der Pfarrei von Felsőpáhok hierher verlegt. Die Ausstattung stammt überwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert und umfasst barocke und rokokoartige Möbel und Dekorationen sowie bemalte Glasfenster aus dem frühen 20. Jahrhundert. Seit 1905 erhöht außerdem eine Reliquie des Heiligen Kreuzes die feierliche Atmosphäre des Innenraums.

4. Abschnitt: 3,1 km

Route

Abzweigung Alsópáhok – Radweg Alsópáhok–Hévíz – Radweg rund um den Hévízer See – Rákóczi-Straße – Tourinform

Von der Hauptstraße in Alsópáhok führt ein ausgebauter Radweg bis nach Hévíz und weiter bis zum Thermalsee. Nach der Nummerierung des BalatonBike365-Systems (kurz BB365) handelt es sich um die Route 121, zusätzlich ist sie mit den blauen Markierungen A und B gekennzeichnet.

Die Strecke führt von Alsópáhok zunächst bergab, danach folgt an der Grenze zu Hévíz ein mäßiger Anstieg bis zum Fahrrad-Rastplatz, anschließend geht es wieder bergab bis zum Bad.

Beim Erreichen des Thermalsees unterbricht der Radweg für etwa 100 Meter, danach schließt er sich der aus Richtung Keszthely kommenden EV14-Route sowie der grünen Route 13 an und umrundet den See. Bis zum Deák-Platz handelt es sich um einen kombinierten Fuß- und Radweg. Am Platz biegen wir in die Rákóczi-Straße (Fußgängerzone) ein und erreichen nach etwa 300 Metern das Tourinform-Gebäude – den Endpunkt der Tour.

Der Hévízer See liegt in einem Tal, was auch während der Tour deutlich wahrnehmbar ist. Mit seiner Fläche von mehr als 4 Hektar und dem riesigen Schutzwald rund um den See ist der ovalförmige Hévízer See der größte biologisch aktive natürliche Thermalsee der Welt.

Sein Wasser fließt über den Hévíz-Kanal in die Zala und anschließend in den Balaton. Den Kanal sehen wir gegenüber dem Gebäude des Festetics-Badehauses.

Beim Ausbau des Badeortes spielte György Festetics ab Ende des 18. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle. Ab 1795 begann er mit der Entwicklung des Badebetriebs auf Flößen auf dem See. In den 1860er Jahren entstand die sogenannte „Neue Siedlung“, und ab 1905 verlieh der Bierbrauer Vencel Reischl aus Keszthely, der das Gebiet für 35 Jahre von der Familie Festetics pachtete, der infrastrukturellen Entwicklung des Sees neuen Schwung.

Dank dieser Bauprojekte entwickelte sich die bis heute anhaltende landesweite touristische und medizinische Bedeutung des Sees.

1898 setzte Sándor Lovassy, Professor der Akademie von Keszthely, indische rote Seerosen im See aus. Diese gelten bis heute als besondere Attraktion und zugleich als Symbol des Sees und der Stadt.

Der Hévízer See ist von einem 60 Hektar großen Schutzwald umgeben, der überwiegend künstlich angelegt wurde. Der Wald spielt eine unverzichtbare Rolle für das Mikroklima des Sees: Er schützt vor Nordwind, Staub, rascher Auskühlung und Lärm, während das ständig verdunstende Wasser die Luft reinigt.

Für wen empfohlen?

Diese Tour erfordert aufgrund ihrer Länge und Höhenunterschiede eine mittlere Fahrrad-Erfahrung. Sie wird vor allem Freundesgruppen empfohlen, die die Herausforderung von Anstiegen und Gefällen auf kürzeren Abschnitten mögen. Für Naturliebhaber ist die Strecke besonders empfehlenswert – nicht nur wegen der Schönheit der Landschaft, sondern auch wegen der besonderen topografischen Gegebenheiten. Fast die gesamte Tour verläuft im Grünen.

Empfohlener Fahrradtyp

Aufgrund der Wegverhältnisse ist ein elektrisches Mountainbike die beste Wahl, sportlichere Gruppen können die Strecke jedoch auch mit einem herkömmlichen Fahrrad bewältigen. Wichtig sind vor allem breitere Reifen als üblich und gute Bremsen. Der Großteil der Strecke besteht aus Asphalt mittlerer Qualität, allerdings gibt es auch einen steinigen Abschnitt; zwischen der Abzweigung Karmacs und Hévíz ist die Straße geschottert und auf einem kürzeren Teilstück unbefestigt.

Rastplätze unterwegs

Neben den in die Tour eingebundenen Dienstleistern gibt es unterwegs zwei Rastplätze. Der erste befindet sich am am weitesten entfernten Punkt der Strecke, ein Fahrrad-Rastplatz, der zweite auf dem Rückweg am bereits geschotterten Abschnitt beim denkmalgeschützten jüdischen Friedhof. Einkaufsmöglichkeiten gibt es entlang der Route kaum, deshalb sollten Wasser und Obst unbedingt mitgenommen werden.

Gefährliche Abschnitte

Beim Verlassen von Hévíz kann man beim Hotel Dobogómajor leicht versehentlich auf den Hotelparkplatz geraten, was jedoch kein Problem darstellt, da man später über den Haupteingang wieder hinausfahren kann. Das Überqueren der Sümeg-Straße ist gefährlich – hier sollte man vom Fahrrad absteigen und die Straße bei Gruppen gemeinsam überqueren.

Nach dem Rastplatz von Rezi, wenn wir rechts auf die Alsókövesi-Straße abbiegen, ist die Straße stellenweise mit größeren Steinen bedeckt und führt bergab. Deshalb sollte hier nur langsam gefahren werden. Die Hauptstraße neben der Csárda ist bis zur ersten Abzweigung (ca. 300 m) stark befahren. Leider gibt es keine alternative Route, daher ist auf diesem Abschnitt besondere Aufmerksamkeit erforderlich.

Es handelt sich um eine längere Tour, die aber auch auf Hobby-Niveau gut bewältigt werden kann. Die Strecke verläuft größtenteils auf gut ausgeschilderten Wegen und – mit Ausnahme eines kurzen Abschnitts – fast ausschließlich durch autofreie Grünzonen. Die Tour kann in vier Abschnitte eingeteilt werden. Diese Einteilung orientiert sich hauptsächlich an den Straßentypen und nicht an den Haltepunkten.

Gesamtlänge der Tour: 18,1 km

  1. Abschnitt: 2,1 km

Route

Tourinform Hévíz – Széchenyi-Straße – Großer Parkplatz – Le-Primore-Straße – Dobogómajor – Hévízer Straße – Bikedi sor (Cserszegtomaj)

Vom Tourinform-Büro biegen wir links ab und fahren etwa 200 Meter die Széchenyi-Straße hinunter, anschließend biegen wir links auf den großen Parkplatz ab. Wegen der dort rangierenden Fahrzeuge ist besondere Vorsicht geboten, bis wir den Le-Primore-Platz erreichen. An der Ecke befindet sich auch der Busbahnhof; hier biegen wir rechts ab. Selbst wenn die Schranken des Parkplatzes geschlossen sind, stellen sie für Radfahrer kein Hindernis dar.

Die Straße ist ausreichend breit und sicher befahrbar. Am Ende der Straße gelangen wir auf den Radweg Richtung Cserszegtomaj, der derzeit bis zum Hotel Dobogómajor ausgebaut ist und teilweise auch durch das Hotelgelände führt. Wichtig ist, an der Y-Kreuzung den linken Weg Richtung Cserszegtomaj zu wählen.

Nach einem kurzen Abschnitt erreichen wir eine gefährliche Kreuzung (Sümeg-Straße). Hier empfiehlt es sich, das Fahrrad über die stark befahrene Straße zu schieben und geradeaus weiterzugehen.

Auf der Bikedi sor fahren wir bergauf bis zur ersten Kreuzung, wo wir links in die Barlang-Straße abbiegen und uns der ausgeschilderten Fahrradroute 135 anschließen. Die Barlang-Straße geht in die Barát-Straße über, der wir entlang der Route 135 weiter folgen.

Entlang des größten Parkplatzes von Hévíz befinden sich zahlreiche Geschäfte und Gastronomiebetriebe, weshalb hier neben Autofahrern auch viele Fußgänger unterwegs sind. Hinter dem Parkplatz liegt der bekannte Bauernmarkt, auf dem dienstags, donnerstags und samstags hochwertige und chemiefreie Produkte angeboten werden. Hier findet man alles, was das Herz begehrt: frisches Brot, Wurstwaren, Käse, Gemüse, Milchprodukte und Gebäck. Neben den Lebensmitteln verkaufen Handwerker und Kunsthandwerker ihre Waren – von hausgemachten Seifen bis zu Keramikprodukten.

Nach dem Parkplatz verlassen wir langsam Hévíz und erreichen den Ortsteil Dobogómajor von Cserszegtomaj, wo sich der Hotelkomplex Club Dobogómajor befindet. Das früher als Keszthely-Dobogó bekannte Gebiet besitzt am südlichen Hang, dem sogenannten Alsódobogó, eine bedeutende archäologische Fundstätte aus der Awarenzeit. Der seit dem Ende des 19. Jahrhunderts erforschte Friedhof aus dem 7.–8. Jahrhundert brachte außergewöhnliche Funde hervor, darunter zahlreiche wunderschöne Schmuckstücke.

Nach dem Überqueren der Hauptstraße führt unsere Route entlang der Grenzstraße zwischen Keszthely und Cserszegtomaj, der Bikedi sor. Die vollständig zusammengewachsenen Siedlungen werden lediglich durch Ortsschilder voneinander getrennt. Das heutige Cserszegtomaj entstand in den 1840er Jahren durch die Vereinigung der beiden Dörfer Cserszeg und Tomaj, die sowohl vor als auch nach der Vereinigung zum Festetics-Gut gehörten.

Die hügelige Siedlung erstreckt sich über ein riesiges Gebiet und gilt als eines der flächenmäßig größten Dörfer Europas. Die verstreute Bebauung an den südwestlichen und südlichen Hängen des Keszthelyer Gebirges besteht aus fünf Ortsteilen, die sich über drei Hügel und zwei Täler verteilen. Während unserer Tour bewegen wir uns durch den Ortsteil Tomaj.

Der Name der von der Bikedi sor abzweigenden Barlang-Straße („Höhlenstraße“) ist kein Zufall. Vor dem Friedhof befindet sich nämlich der Eingang der besonderen Kútbarlang-Höhle, die allerdings nur von erfahrenen Personen besucht werden sollte. Das vor der Sankt-Anna-Kapelle auf dem Friedhof stehende Steinkreuz ist das älteste erhaltene Steinkreuz der Siedlung aus dem Jahr 1810.

Nach einigen Kilometern erreichen wir erneut eine Grenze, worauf bereits der Name Határ-Straße („Grenzstraße“) hinweist. Hier treffen Cserszegtomaj und Rezi aufeinander.

  1. Abschnitt: 6,8 km

Route

Barát-Straße (Route 135) – Határ-Straße – Nagycomai-Straße – Kiscomai-Straße (Abstecher) – Kápolna sor – Fahrrad-Rastplatz Mohai-Straße

Nach dem Abbiegen in die Barát-Straße folgen wir der ausgeschilderten Route 135 über fast 3 Kilometer bis zum Ende der Straße. Dort biegen wir links auf die Határ-Straße ab (die Route 135 führt geradeaus weiter), anschließend bei der ersten Möglichkeit rechts in die Nagycomai-Straße.

Diese Straße weist an mehreren kürzeren Abschnitten starke Steigungen auf. Mit dem Auto verkehren hier fast ausschließlich Anwohner, dennoch ist in den Kurven Vorsicht geboten.

Am Ende der Nagycomai-Straße gelangen wir an eine mehrfach verzweigte Y-Kreuzung. Entsprechend dem Verlauf der Strecke können wir scharf rechts in die Kiscomai-Straße abbiegen, um mehrere Weinkeller oder eine handwerkliche Käserei zu besuchen. Da es sich jedoch um eine Sackgasse handelt, müssen wir anschließend wieder zur Nagycomai-Straße zurückkehren, die sich als Kápolna sor fortsetzt.

Am Ende der Straße sehen wir bereits den entferntesten und zugleich höchsten Punkt unserer Tour: ein Kreuz sowie einen der schönsten Rastplätze für Radfahrer und Wanderer der Region.

Die alte Siedlung Rezi liegt am westlichen Rand des Rezi-Beckens, umgeben von den größtenteils bewaldeten Bergen des Keszthelyer Gebirges sowie den mit Weinreben bepflanzten Hügeln Meleg-hegy, Púpos-hegy, Kőmell und Almástető.

Während unserer Tour berühren wir nicht den bewohnten Ortskern, sondern fahren ausschließlich zwischen den Weinbergen südlich des Dorfes. Die Gegend bewahrt bis heute aktiv die jahrhundertealten Traditionen des Weinbaus und der Weinherstellung, da die Böden eher für Weinbau als für Getreideanbau geeignet sind.

Charakteristisch für die Region ist der Riesling-Anbau, weshalb das Gebiet auch als „Rieslingland“ bezeichnet wird. Zwischen den Weinbergen entstanden Presshäuser und Keller, meist eingeschossig und schlicht gebaut. Besonders häufig sind gewölbte Erdkeller.

Neben den Weinkellern befinden sich heute auch Wohnhäuser auf den Weinbergen, und die Zahl der Gästehäuser wächst stetig. Neben Hobby-Winzern und kleinen Familienbetrieben finden sich hier auch andere familiengeführte Unternehmen. Auf diesem Abschnitt der Route befinden sich die wichtigsten Produzenten der Tour, bei denen lokale Weine und Käsespezialitäten verkostet werden können.

An der Kreuzung am Ende der Kápolna-Straße erreichen wir die Grenze des Weinbergs von Rezi; ab hier beginnt der bewohnte Teil des Dorfes. Der hier eingerichtete Rastplatz bietet mit überdachtem Unterstand, Sitzbänken und Trinkwasser eine angenehme Möglichkeit zur Erholung und Erfrischung. Außerdem wurden zahlreiche Informationstafeln aufgestellt. In der Nähe des Rastplatzes befindet sich auch eine kleine Statue des heiligen Urban, des Schutzpatrons der Weinberge und des Weinbaus.

  1. Abschnitt: 2,5 km

Route

Fahrrad-Rastplatz – Mohosi-Straße – Tikeritó-Straße – Óhegy-Straße – Alsókövesi-Straße – Kültelek-Straße – Räubergräber

Auch wenn die Rast hier sicherlich gut tut, liegt der schwierigste Teil der Strecke bereits hinter uns. Von hier folgen überwiegend gerade und bergab führende Abschnitte.

Nach dem Rastplatz fahren wir auf der Mohosi-Straße am Kreuz vorbei und biegen – ohne die einmündende Straße mitzuzählen – an der ersten Möglichkeit links in die interessant benannte Tikeritó-Straße ab. Wir rollen die leicht abfallende Straße entlang und gelangen erneut an die bekannte Y-Kreuzung. Hier müssen wir darauf achten, unsere Fahrt auf der Óhegy-Straße fortzusetzen, etwa einen Kilometer lang bis zu einer weiteren Y-Kreuzung.

Dort halten wir uns leicht rechts auf die Alsókövesi-Straße. Die Abzweigung verläuft bergab, eine Marienstatue auf der rechten Seite erleichtert die Orientierung.

Von der Alsókövesi-Straße gibt es keine weiteren Abzweigungen mehr, dafür entschädigt die wunderschöne Aussicht für die steinigen Schotterabschnitte. Fast bis zur Gyöngyösi-Betyárcsárda rollen wir bergab. Unten angekommen halten wir uns links und gelangen neben das Gebäude der Csárda. Hier bietet sich eine weitere kleine Rastmöglichkeit bei den Räubergräbern an.

Auch auf diesem Abschnitt fahren wir durch mit Weinreben bepflanzte Hügelhänge, entlang zahlreicher kleiner Familienbetriebe. Unterbrochen wird die Reihe der Weingüter von einer kleinen Kapelle auf dem Weinberg, die zugleich einen angenehmen Rastplatz darstellt.

Die dem heiligen Donatus geweihte Kapelle wurde 1866 von örtlichen Winzern erbaut. Der Tradition nach feiern diese hier am Georgstag den Beginn des Frühlings.

Am Ende der Straße begegnen wir einem weiteren sakralen Ort: einer Marienstatue, die in einer steinernen Nische auf vier Säulen aufgestellt wurde.

Beim Abstieg vom Almástető-Hügel entdecken wir das strohgedeckte, mehr als zweihundert Jahre alte Gebäude der Csárda am Straßenrand. Die Gyöngyösi-Betyárcsárda war einst ein beliebter Treffpunkt der Räuber des Bakony-Gebirges und erhielt ihren Namen vom nahegelegenen Gyöngyös-Bach.

Die Csárda ist bis heute in Betrieb. Gästen werden neben traditionellen und regionaltypischen Gerichten auch Weine aus der Umgebung angeboten. Die im Schankraum ausgestellten Gegenstände erinnern an die vergangene Welt der Räuber.

Neben der Csárda befinden sich unter einer riesigen Weide zwei denkmalartige Räubergräber – die Ruhestätten von Vak Illés und Kökes Pista. Die beiden Räuber wurden im Winter 1862 von Gendarmen umzingelt und bei ihrem Fluchtversuch erschossen. Sie wurden hier gemeinsam am Straßenrand begraben.

 

  1. Abschnitt: 6,7 km

Route

Räubergräber – Kisfaludy-Straße – Verbindungsstraße Karmacs–Hévíz – Hévíz

Von den Räubergräbern aus fahren wir auf der Kisfaludy-Straße weiter. Nach dem zuvor überwiegend bergab verlaufenden Abschnitt folgen nun angenehmere, leicht wellige Straßen. Die Strecke führt durch ruhige, naturnahe Gebiete mit geringem Verkehr.

Auf der Verbindungsstraße zwischen Karmacs und Hévíz ist erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich, da dieser Abschnitt stärker befahren sein kann. Glücklicherweise ist die Strecke relativ kurz. Danach erreichen wir wieder die ruhigen Wege in Richtung Hévíz.

Die Landschaft entlang dieses letzten Abschnitts ist von den typischen Merkmalen des westungarischen Hügellandes geprägt: kleine Wälder, Weinberge, Wiesen und verstreute landwirtschaftliche Flächen wechseln sich ab. Besonders am Nachmittag bietet die Strecke schöne Lichtverhältnisse und eindrucksvolle Ausblicke.

Auf dem Rückweg nach Hévíz gelangen wir erneut in die Umgebung des Thermalsees und seiner Schutzwälder. Die feuchte Luft, die besondere Vegetation und die Ruhe der Landschaft bilden einen angenehmen Abschluss der Tour.

Hévíz zählt zu den bekanntesten Kurorten Ungarns. Der weltberühmte Thermalsee mit seinem ganzjährig warmen Wasser, den charakteristischen Badehäusern und der einzigartigen Pflanzenwelt ist nicht nur ein touristisches Zentrum, sondern auch ein bedeutender Naturraum.

Der den See umgebende Schutzwald spielt eine entscheidende Rolle für das besondere Mikroklima. Das verdunstende Thermalwasser reinigt die Luft, während der Wald Schutz vor Wind und rascher Auskühlung bietet.

Die Tour endet wieder beim Tourinform-Büro im Zentrum von Hévíz.

Für wen empfohlen?

Auf dem Abschnitt zwischen Keszthely und Hévíz gibt es einen mittelschweren Anstieg, der jedoch mit genügend Entschlossenheit auch von Anfängerinnen und Anfängern bewältigt werden kann. Drei Viertel der Strecke verlaufen auf Radwegen, und auch die übrigen Abschnitte weisen keinen starken Verkehr auf, weshalb die Tour auch für Familien mit Kindern geeignet ist. Das Festetics-Erlebniszentrum ist besonders für Kinder interessant, doch die gesamte Strecke bietet zahlreiche Erlebnisse. Die Tour ist auch eine ausgezeichnete Wahl für Freundesgruppen und wird für alle Altersgruppen empfohlen.

Empfohlener Fahrradtyp

Da drei Viertel der Strecke asphaltiert sind, empfehlen wir vor allem Trekkingräder, aber auch Citybikes eignen sich gut. Elektrofahrräder empfehlen sich vor allem für komfortorientierte Touristinnen und Touristen.

Rastplätze unterwegs

Bis nach Keszthely und auch in der Stadt selbst gibt es mehrere Fahrrad-Rastplätze, die erste wirkliche Pause empfehlen wir jedoch beim Festetics-Erlebniszentrum. Die nächste Station ist der Rastplatz Nagymező im Wald, wo man – nach sicherem Abschließen der Fahrräder – auch den Festetics-Aussichtsturm besteigen kann. Auch beim Steinbruch lohnt sich ein Halt, denn der aufgegebene Steinbruch bietet einen außergewöhnlichen Anblick. Als weiteren Rastplatz empfehlen wir die Besichtigung der denkmalgeschützten Mühle. Auf dem Weg nach Keszthely kann man bei der „Bringatanya“ ein leckeres Eis genießen, und nach der Ankunft in Keszthely bietet die Pavillonreihe neben dem BalatonBike365-Fahrradzentrum Gelegenheit zum Essen und für einen Spaziergang zum Balaton-Ufer beim Hafen.

Gefährliche Abschnitte

In Hévíz verläuft neben dem See ein gemeinsamer Fuß- und Radweg. Da hier mehrere Fahrradrouten ausgeschildert sind, sind Radfahrer in der Gegend üblich. Besonders der etwa 200 Meter lange Abschnitt entlang der Hauptstraße ist schmal; bei stärkerem Fußgängerverkehr sollte das Fahrrad geschoben werden. In Gyenesdiás folgt nach Nagymező ein kurzer unbefestigter Weg (ca. 100 m). Dort sollte man unbedingt vom Fahrrad absteigen, da ein sehr steiler, etwa 50 Meter langer Schotterweg in den Steinbruch hinabführt, der selbst bei trockenem Wetter rutschig und nach Regen besonders gefährlich ist.

Die Tour beginnt beim Tourinform-Büro und endet auch dort.
Die Strecke kann in 5 Abschnitte unterteilt werden.

Gesamtlänge der Tour: 25,2 km

  1. Abschnitt: 5 km

Route

Tourinform Hévíz – Rákóczi-Straße – Deák-Platz – EV14- und M13-Radweg Richtung Keszthely – Stadtgrenze Keszthely – Sopron-Straße

Vom Tourinform-Büro aus fahren wir durch die Fußgängerzone von Hévíz in Richtung Deák-Platz. Dort schließen wir uns der internationalen EV14-Radroute an, fahren am See vorbei (Fußgängerverkehr!) und schieben anschließend das Fahrrad an dem südlichen Ablaufkanal des Sees über die Hauptstraße. Entlang des Ablaufkanals folgen wir etwa 300 Meter einer Nebenstraße zum Campingplatz, danach biegen wir links auf den Radweg nach Keszthely ab. Wir überqueren das Urmoor rund um den Hévízer See und bewältigen einen stärkeren Anstieg bis zur Stadtgrenze von Keszthely. Dort gelangen wir an eine Kreuzung, schieben das Fahrrad über die Hauptstraße und fahren geradeaus weiter Richtung Keszthely (die EV14 biegt hier rechts ab). Auf dem Radweg fahren wir bis zur Sopron-Straße und setzen nach dem Überqueren des Zebrastreifens neben dem Lidl-Markt unsere Fahrt auf dem Festetics-Radweg fort.

Die Tour startet im Zentrum von Hévíz, unmittelbar neben dem Thermalsee, wo Villen, Einfamilienhäuser, Hotels, Geschäfte, Fußgängerzonen, Promenaden, Kino, Gastronomiebetriebe und Veranstaltungsflächen das Stadtbild prägen. Unterwegs sehen wir den See mit seinen charakteristischen Badehäusern auf dem Wasser, gepflegte Promenaden, den Standort der ehemaligen Synagoge (die mithilfe von AR-Technologie mobil entdeckt und virtuell umrundet werden kann), Ganzkörperstatuen der Bildhauer László Marton und Ferenc Farkas von Ferenc Deák sowie zwei bedeutenden Mitgliedern der Familie Festetics, den neuen Veranstaltungsplatz der Stadt, die Fußgängerzone sowie das Gebäude des Kinos und der heimatgeschichtlichen Ausstellung.

Der ovalförmige Hévízer See ist mit seiner Fläche von mehr als 4 Hektar und dem ihn umgebenden 35 Hektar großen Schutzwald der größte biologisch aktive natürliche Thermalsee der Welt. Sein Wasser fließt über den Hévíz-Kanal in die Zala und anschließend in den Balaton. Den Kanal sehen wir gegenüber dem Gebäude des Festetics-Badehauses.

Beim Ausbau des Badeortes spielte ab Ende des 18. Jahrhunderts György Festetics eine bedeutende Rolle. Ab 1795 begann er mit der Entwicklung des Badebetriebs auf Flößen, die auf dem See schwammen. In den 1860er Jahren entstand die sogenannte „Neue Siedlung“, und ab 1905 verlieh der Keszthelyer Bierbrauer Vencel Reischl, der das Gebiet für 35 Jahre von der Familie Festetics pachtete, der infrastrukturellen Entwicklung des Sees neuen Schwung. Durch diese Bauprojekte begann die bis heute andauernde landesweite touristische und medizinische Bedeutung des Sees.

1898 setzte Sándor Lovassy, Professor der Akademie von Keszthely, indische rote Seerosen im See aus, die bis heute eine besondere Attraktion und zugleich ein Symbol des Sees und der Stadt darstellen.

Den Hévízer See umgibt ein 60 Hektar großer Schutzwald, der überwiegend künstlich angelegt wurde. Der Wald spielt eine unverzichtbare Rolle für das Mikroklima des Sees: Er schützt vor Nordwind, Staub, rascher Abkühlung und Lärm, während das ständig verdunstende Wasser die Luft reinigt.

Der Radweg entlang der sumpfigen Urwelt-Zypressen besitzt eine ganz besondere Atmosphäre. Entlang der Strecke gibt es zwei Rastplätze, an denen man die Nähe der Natur genießen kann.

Nach Erreichen von Keszthely fahren wir nahe dem ehemaligen Park des Festetics-Schlosses vorbei, genauer gesagt am früheren englischen Landschaftspark. Das mehr als 30 Hektar große Parkgelände war nach dem Zweiten Weltkrieg Militärgebiet und wartet derzeit auf seine Revitalisierung.

Der nördlich des Schlosses gelegene Stadtteil von Keszthely, Kiskeszthely beziehungsweise früher „Bürgerstadt“, war bis Anfang des 20. Jahrhunderts eine eigenständige Siedlung. Entlang seiner Hauptstraße, der Sopron-Straße, befand sich eines der Gutshöfe der Familie Festetics – der sogenannte Oberhof –, an dessen Stelle heute der Lidl-Markt steht. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befinden sich in den erhalten gebliebenen Wirtschaftsgebäuden heute verschiedene Geschäfte. Beim Erreichen des Radwegs an der Csapás-Straße erkennt man entlang der Strecke vereinzelt Schwarzkiefern, die den Verlauf und die ursprüngliche Breite der alten Straße markieren.

  1. Abschnitt: 7 km

Route

Sopron-Straße – Csapás-Straße – Tesco-Parkplatz – Dornyai-Straße – Lőtéri-Straße – Nagymező – Jókai-Straße – Darnay-Straße – Bem-József-Straße

Von der Sopron-Straße aus fahren wir auf dem Festetics-Radweg (Csapás út) weiter. Auf diesem Abschnitt erleichtert ein längeres Gefälle die Fahrt bis zum Tesco-Parkplatz. Im Parkplatzbereich ist besondere Vorsicht geboten, achten wir auf die Rechts-vor-links-Regel. Die Strecke ist ausgeschildert und Fahrbahnmarkierungen für Radfahrer erleichtern die Orientierung, auch im Kreisverkehr nach dem Parkplatz. Nach etwa 400 Metern verwandelt sich der eigenständige Radweg nach dem Kreisverkehr in eine verkehrsarme lokale Straße mit sehr geringem Verkehrsaufkommen.

Beim Festetics-Erlebniszentrum lohnt sich eine Pause. Am Ende der Darnay-Straße fahren wir an der Kreuzung geradeaus weiter auf der leicht ansteigenden Lőtéri-Straße bis zum Rastplatz Nagymező. Von hier lohnt sich ein Spaziergang zum Festetics-Aussichtsturm – die Fahrräder sollten sicher am Rastplatz abgeschlossen werden.

Nach Nagymező folgt ein Schotterabschnitt von etwa 300 Metern, an dessen Ende wir den nördlichen Eingang des ehemaligen Kiessteinbruchs erreichen. Nun folgt ein gefährlicher Abschnitt: Besonders nach Regen ist der Weg in den Steinbruch rutschig, deshalb empfiehlt es sich, das Fahrrad auf diesem etwa 100 Meter langen Stück zu schieben. Nach Durchquerung des ehemaligen Steinbruchgeländes gelangen wir zur Jókai-Straße. Von dort folgen wir der Festetics-Straße und rollen über die Darnay-Straße bergab. Die Straße ist sehr schmal und für den Gegenverkehr Einbahnstraße, jedoch ist das Befahren mit dem Fahrrad erlaubt. Kurz vor der Hauptstraße biegen wir links in die Bem-József-Straße ein.

Während wir die Csapás-Straße hinunterrollen, können wir die schönen Dolomitformationen und Wälder des vor uns liegenden Keszthelyer Gebirges bewundern. Aufmerksame Beobachter entdecken vielleicht auch den grünen Turm des Festetics-Aussichtsturms.

Nach dem Einkaufszentrum folgt an der Grenze zwischen Keszthely und Gyenesdiás das Festetics-Imre-Erlebniszentrum. Der lohnenswerte Zwischenstopp besteht aus zwei bedeutenden Einheiten: einem Wildpark und dem Besucherzentrum „Haus der Natur“. Auf dem 4,6 Hektar großen Wildparkgelände können heimische Großwildarten aus nächster Nähe beobachtet werden, während das „Haus der Natur“ die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Naturschätze des Keszthelyer Gebirges präsentiert.

Die Tour führt anschließend durch das Wohngebiet von Gyenesdiás in die Wälder des Keszthelyer Gebirges, wo wir bald eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region erreichen: Nagymező. Das gut ausgebaute Freizeitzentrum im Freien eignet sich hervorragend für längere Pausen und Picknicks. Auf der westlichen Seite von Nagymező führen Wanderwege zum bereits erwähnten Festetics-Aussichtsturm, von dem sich ein wunderschönes Panorama auf Keszthely, die westliche Bucht des Balaton und die Hügel des Keszthelyer Gebirges eröffnet.

Auf unserem weiteren Weg erreichen wir bald einen aufgegebenen Steinbruch. Die ehemalige Grube ist zwar eine Wunde in der Landschaft, bietet jedoch zugleich einen beeindruckenden Anblick.

Nach der Rückkehr in den bewohnten Teil der Siedlung gelangen wir bald in die Darnay-Straße, benannt nach dem bedeutenden ungarischen Wissenschaftler Dr. Béla Darnay-Dornyai. In dieser Straße befindet sich ein von ihm entdeckter türkischer Balkenkeller. Laut der auf dem Hauptbalken sichtbaren Jahreszahl wurde er 1644 erbaut. Der Keller wurde schön restauriert, beherbergt eine kleine Ausstellung und empfängt von Frühling bis Herbst auch Gäste als Gastronomiebetrieb.

  1. Abschnitt: 0,8 km

Route

Bem-József-Straße – Forrás-Straße – Kossuth-Straße – Malom-Straße

Die Bem-József-Straße steigt leicht an, doch die Aussicht entschädigt reichlich für die Mühe. Die Straße ist schmal, wird aber fast ausschließlich von Einheimischen genutzt. Bei der ersten Möglichkeit biegen wir rechts in die Forrás-Straße ab. Auch dies ist eine sehr schmale kleine Straße, die selbst von den Anwohnern nur selten mit dem Auto befahren wird.

Wir rollen auf einem starken Gefälle bis zur Hauptstraße (Kossuth utca) hinunter. Dort biegen wir rechts ab, müssen jedoch nur etwa 200 Meter auf der Hauptstraße zurücklegen. Die Hauptstraße muss überquert werden – unbedingt zu Fuß und mit geschobenem Fahrrad – in Richtung Malom-Straße.

Dieser Abschnitt der Tour führt durch kleine Straßen und Wohngebiete an den Hängen des Keszthelyer Gebirges, vorbei an gepflegten Einfamilienhäusern und Gästehäusern.

  1. Abschnitt: 4,9 km

Route

Malom-Straße – Balaton-Radrundweg – BB365 Fahrradzentrum Keszthely

Auch die Malom-Straße verläuft leicht bergab. In ihrer Mitte befinden sich die denkmalgeschützte Mühle und ein Kräutergarten. Von der Mühle rollen wir weiter bis zum Balaton-Radrundweg. Dort biegen wir rechts ab und fahren bis nach Keszthely. In Keszthely biegen wir beim BalatonBike365-Fahrradzentrum (kurz BB365) rechts ab, überqueren die Bahngleise und fahren Richtung Stadtzentrum. Hier treffen wir wieder auf die ausgeschilderten Radwege EV14 und M13 (Erzsébet-királyné-Straße).

Die wasserreichen Quellen des Keszthelyer Gebirges trieben einst das Rad der Wassermühle an. Die Mitte des 16. Jahrhunderts errichtete Mühle hatte im Laufe der Jahrhunderte mehrere Besitzer, worauf auch die heutige Bezeichnung des 2021 renovierten und multifunktional umgestalteten Gebäudes verweist. Im Gebäude befinden sich heute ein Bäckereimuseum, der Festetics-Gewürzgarten und ein Herbarium. An der Außenseite ist außerdem ein dekoratives Wasserrad zu sehen.

Am Ende der Mühle beginnt der Quellen-Lehrpfad mit Informationstafeln zur örtlichen Tier- und Pflanzenwelt. Dieser endet am Balaton-Radrundweg. Vom Radweg erreichen wir bald den Abschnitt am Balaton-Ufer mit dem Diási-Spielstrand, der Kárpáti-Promenade sowie dem Markt- und Veranstaltungsplatz.

Nach dem Balaton-Ufer von Gyenesdiás erreichen wir rasch Keszthely, wo wir zunächst den jüngsten ausgebauten Badeplatz der Stadt, den Libás-Strand, passieren. Der kleine, aber gut ausgestattete Strand mit seinen großen schattenspendenden Bäumen bietet angenehme Möglichkeiten zum Baden und Erholen. Direkt neben dem Strand schaukeln Boote im Yachthafen Phoenix.

Nach der nordwestlichen Ecke des Balaton gelangen wir zum historischen Uferabschnitt von Keszthely. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden hier die klassischen Elemente der örtlichen Badekultur: der Pier und Hafen, die Badeinsel sowie die beiden ikonischen Hotelgebäude am Ufer, das Hullám Hotel und das Balaton Hotel. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Stadtstrand eröffnet, zu dem bis heute das einzige erhaltene auf dem Wasser errichtete Badehaus des Balaton gehört – das Gebäude des Inselbades.

Nach Verlassen des stimmungsvollen und schönen Uferbereichs folgt die größte Grünanlage der Stadt: der Helikon-Park. Ursprünglich trug der Park den Namen Badepark. Den heutigen Namen erhielt er nach dem Helikon-Denkmal, das hier anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der literarischen Helikon-Feierlichkeiten errichtet wurde, die György Festetics zwischen 1817 und 1819 veranstaltete. Das auf acht Säulen ruhende Kuppeldenkmal ist das schönste architektonische Schmuckstück des Parks und befindet sich entlang der Hauptpromenade. Der Radweg führt am Park vorbei, sodass das Denkmal sichtbar bleibt.

Unsere Strecke führt weiter über die Erzsébet-királyné-Straße, die einzige Straße, welche die Innenstadt direkt mit dem Balaton-Ufer verbindet. Die Anfang des 20. Jahrhunderts ausgebaute Straße präsentiert gemeinsam mit den umliegenden Straßen eine Reihe wunderschöner Villen aus der Jahrhundertwende.

  1. Abschnitt: 7,5 km

Route

Erzsébet-királyné-Straße – Hauptplatz – Bem-József-Straße (EV14, M13) – Fejér-György-Straße – Kossuth-Fußgängerzone – Georgikon-Straße – Gesztenye-Allee – Wildpark – Hévíz – Thermalsee – Tourinform

Auf der Erzsébet-királyné-Straße verläuft ein Radweg bis zum Hauptplatz (EV14, M13). Am Platz angekommen führt die Route entlang seiner östlichen Seite und biegt anschließend rechts in die Bem-József-Straße ein, die später in die Fejér-György-Straße übergeht. Danach fahren wir weiter durch die Kossuth-Fußgängerzone und biegen anschließend in die Georgikon-Straße ein. Von dort aus gelangen wir zur Gesztenye-Allee und später zum Wildpark. Anschließend kehren wir nach Hévíz zurück, umrunden den Thermalsee und erreichen schließlich wieder das Tourinform-Büro.

Dieser letzte Abschnitt der Tour verbindet das historische Zentrum von Keszthely mit den grünen Randgebieten und führt anschließend zurück nach Hévíz. Die Strecke ist überwiegend angenehm und leicht zu fahren, mit mehreren schattigen Abschnitten.

Keszthelys Hauptplatz zählt zu den bedeutendsten historischen Stadtzentren am westlichen Balaton. Die barocke Platzstruktur und die historischen Gebäude verleihen dem Ort eine besondere Atmosphäre. Die Fußgängerzone der Kossuth-Straße ist das gesellschaftliche Zentrum der Stadt mit Cafés, Restaurants und Geschäften.

Die Georgikon-Straße erinnert an das Georgikon, die 1797 von György Festetics gegründete landwirtschaftliche Hochschule, die als erste höhere landwirtschaftliche Lehranstalt Europas gilt. Das geistige und kulturelle Erbe der Familie Festetics prägt die Stadt bis heute.

Die Gesztenye-Allee führt in ein grünes, ruhiges Gebiet am Stadtrand. Von hier aus gelangen wir in die Nähe des Wildparks und anschließend zurück in Richtung Hévíz. Die Landschaft wird zunehmend naturnäher, Wälder und Feuchtgebiete bestimmen das Bild.

Bei der Rückkehr nach Hévíz erreichen wir erneut die Umgebung des Thermalsees. Der Hévízer See ist nicht nur ein weltbekannter Kurort, sondern auch ein einzigartiges Naturphänomen. Sein warmes Wasser ermöglicht ganzjähriges Baden, während die dichte Vegetation und der Schutzwald ein besonderes Mikroklima schaffen.

Die Tour endet wieder beim Tourinform-Büro im Zentrum von Hévíz.

Für wen empfohlen?

Dies ist eine echte Ganztagestour für erfahrene Radfahrerinnen und Radfahrer. Nicht nur die lange Distanz, sondern auch die Höhenunterschiede erschweren die Strecke zusätzlich. Außerdem verläuft die Route fast durchgehend auf verkehrsarmen öffentlichen Straßen, weshalb sicheres Radfahren Voraussetzung ist. Für Liebhaber längerer Strecken und sportlich ambitionierte Fahrerinnen und Fahrer kann diese Tour ein besonderes Erlebnis sein. Da die Strecke größtenteils auf öffentlichen Straßen verläuft, empfehlen wir sie nicht für Familien mit Kindern.

Empfohlener Fahrradtyp

Aufgrund der Länge der Strecke empfiehlt sich ein Fahrrad mit Elektroantrieb. Liebhaber des Rennradfahrens können die Tour jedoch problemlos auch mit einem herkömmlichen Fahrrad absolvieren. Obwohl der Asphalt nur mittlere Qualität besitzt, eignen sich wegen der langen geraden Abschnitte Gravel- und Rennräder (nicht mit Vollgummireifen) besonders gut.

Rastplätze unterwegs

Der erste Fahrrad-Rastplatz befindet sich auf dem Weg Richtung Karmacs beim denkmalgeschützten jüdischen Friedhof. Weiter in Vindornyaszőlős bieten das Vindornya-Moor oder der Fahrrad-Rastplatz im Dorf Gelegenheit zur Erholung. In Kisgörbő empfiehlt sich ein Halt im kleinen Laden mit regionalen Produkten im Dorfzentrum oder am gegenüberliegenden Rastplatz.

In Zalaszentgrót findet man an mehreren Stellen Cafés und Geschäfte, zusätzlich zu den eigentlichen Zielpunkten der Tour. Auf dem Rückweg lohnt sich ein Halt beim von Imre Makovecz entworfenen Gemeindehaus in Zalaszentlászló. An der Grenze von Zalaköveskút bietet außerdem ein Aussichtspunkt Gelegenheit zur Pause und zum Genuss des Panoramas über das Zala-Tal.

Gefährliche Abschnitte

Abgesehen davon, dass die Tour größtenteils auf öffentlichen Straßen verläuft, gibt es keine besonders gefährlichen Abschnitte. Wenn die allgemeinen Regeln des Straßenradfahrens eingehalten werden, sind keine speziellen Gefahrenstellen zu beachten.

Die Tour beginnt beim Tourinform-Büro in Hévíz und endet auch dort.
Sie besteht aus 4 Abschnitten.

Das Erlebnis dieser Tour besteht vor allem im Radfahren selbst. Die Landschaft vermittelt eine echte provinziell-ländliche Atmosphäre mit vergleichsweise wenigen touristischen Attraktionen.

Die Tour lässt sich in vier klar voneinander getrennte Abschnitte einteilen. Der erste Abschnitt folgt der ausgeschilderten nationalen Fahrradroute 13 (grüne Markierung). Ein kürzerer Teil zwischen Kisgörbő und Zalaszentgrót führt über nahezu verkehrsfreie Nebenstraßen. Der dritte Abschnitt beinhaltet die Umrundung von Zalaszentgrót, während der vierte Abschnitt auf der internationalen Route EV14 zurück nach Hévíz führt.

Gesamtlänge der Tour (einschließlich der Runde durch Zalaszentgrót): 56,9 km

  1. Abschnitt: 20,9 km

Route

Tourinform – Attila-Straße – Zrínyi-Straße – Karmacs – Vindornyaszőlős – Kisgörbő (Route 13)

Vom Tourinform-Büro aus biegen wir links in die Széchenyi-Straße ein und nach etwa 50 Metern rechts in die Attila-Straße. Am Ende der Straße erreichen wir den römischen Ruinengarten. Nachdem wir diesen passiert haben, biegen wir rechts in die Zrínyi-Straße Richtung Karmacs ab.

Beim Verlassen von Hévíz besteht der erste kurze Abschnitt aus einem Feldweg, der nach einigen hundert Metern in einen gut befahrbaren Schotterweg übergeht und bis zur öffentlichen Straße führt. Wie bereits erwähnt, ist die gesamte Route ausgeschildert; wir folgen der grünen Markierung 13.

Entlang der öffentlichen Straße folgen aufeinander die Orte Karmacs, Vindornyaszőlős und Kisgörbő. Rastmöglichkeiten bieten sich beim denkmalgeschützten jüdischen Friedhof sowie beim Vindornya-Moor an. In Kisgörbő kann man an der Kreuzung – wo wir links Richtung Norden abbiegen – in einem Geschäft mit regionalen Produkten lokale Spezialitäten probieren.

Eine Besonderheit des Hévízer Stadtteils Egregy ist das römische Erbe der Region. Hinter der grün gestrichenen Herz-Jesu-Kirche befinden sich die Überreste einer römischen Villa aus der frühen Kaiserzeit. Die um etwa 100 n. Chr. errichtete Villa mit einer Fläche von nahezu tausend Quadratmetern verfügte über eine Säulenhalle sowie Warm-, Lauwarm- und Kaltwasserbecken. Nach mehreren Umbauten blieb sie bis Anfang des 5. Jahrhunderts erhalten. Aufgrund archäologischer Funde wird vermutet, dass auch der „Wundersee“ mit seinem Heilwasser die Römer zur Ansiedlung bewegte. Der angenehm gelegene Ruinengarten lädt zu einem Spaziergang ein.

Kurz darauf fällt am Ortsrand die Kalvarie mit der kleinen mittelalterlichen Kirche ins Auge. Der Kreuzweg mit seinen 14 Stationen schlängelt sich den Hügel hinauf zur Árpádenzeit-Kirche. Der Weg endet an der Nordseite der denkmalgeschützten Friedhofskapelle, sodass Besucher gleichzeitig auch die mittelalterliche Kirche besichtigen können.

Die Kirche der heiligen Magdalena – besser bekannt als die Kirche von Egregy – zählt aufgrund ihrer Lage, ihrer harmonischen Proportionen sowie ihres klaren Grundrisses und ihrer Konstruktion zu den schönsten mittelalterlichen Dorfkirchen der Balaton-Region. Besonders wertvoll ist ihr original erhaltener Turmhelm mit Holzschindeln, der heute nur noch äußerst selten zu sehen ist.

Außerhalb von Hévíz stoßen wir entlang des Schotterwegs mitten in einem bewirtschafteten Getreidefeld auf einen kleinen alten israelitischen Friedhof. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet der Friedhof in Vergessenheit und verfiel vollständig. Anfang der 2010er Jahre wurde das Gelände jedoch freigeräumt und restauriert. Der von einer kleinen Steinmauer umgebene Friedhof wurde früher von der jüdischen Gemeinde im nahegelegenen Karmacs genutzt.

Während der Fahrt durch Karmacs sehen wir etwas abseits der Hauptstraße die Sankt-Anna-Kirche.

Nach dem Verlassen des Dorfes Richtung Vindornyaszőlős eröffnet sich auf der rechten Straßenseite ein schönes Panorama auf die westlichen Ausläufer des Keszthelyer Gebirges. Aufmerksame Beobachter können sogar die weiße Spitze des buddhistischen Stupa von Zalaszántó auf dem nahegelegenen Kovácsi-Berg erkennen.

Die Grundherren von Vindornyaszőlős waren ab Anfang des 18. Jahrhunderts die in Keszthely ansässigen Festetics. Nach 1778 wurde mit Unterstützung der Grundherren eine Kirche errichtet, die bis heute im Zentrum des Dorfes steht. Auf der Kanzel der römisch-katholischen Kirche St. Peter und Paul sind noch heute die Wappen von Graf Pál Festetics und seiner Ehefrau Julianna Bossányi zu sehen.

Einige Kilometer weiter erreichen wir die nächste kleine Ortschaft: Kisgörbő. Die überwiegend arme Bevölkerung lebte noch im 20. Jahrhundert fast ausschließlich von der Landwirtschaft. Ende des 15. Jahrhunderts wurde das Dorf in Nagygörbő und Kisgörbő geteilt. Mitte des 17. Jahrhunderts gelangte das Dorf durch Heirat von der im Mannesstamm ausgestorbenen Familie Görbey an die Familie Bezerédj, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts der wichtigste Grundbesitzer blieb.

Ihr ehemaliges Herrenhaus steht nahe der Abzweigung nach Óhíd und befindet sich heute in Privatbesitz. An derselben Kreuzung erhebt sich auch die denkmalgeschützte Kirche der Ortschaft.

  1. Abschnitt: 5,1 km

Route

Kisgörbő – Zalaszentgrót

Im Zentrum von Kisgörbő verlassen wir nach dem Linksabbiegen nach etwa 300 Metern die Route 13. Achtung: Dieser Abschnitt ist nicht ausgeschildert!

Von hier führt eine Asphaltstraße mittlerer Qualität Richtung Zalaszentgrót, der Verkehr ist minimal. Verirren kann man sich nicht – die Straße führt geradewegs bis nach Zalaszentgrót. Die Höhenunterschiede auf diesem Abschnitt sind gering, sodass wir entspannt durch die ländliche Landschaft radeln können. Empfohlene Rastplätze gibt es auf diesem Streckenabschnitt nicht.

Die Tour verläuft entlang der Grenze des Hügellandes von Zala, wo den Reisenden eine waldreiche, sanft hügelige Landschaft, ländliche Atmosphäre und die Ruhe der grünen Umgebung erwarten. Die Region erhielt ihren Namen vom Fluss Zala, dem bedeutendsten Gewässer der Gegend, den wir während der Tour mehrfach sehen können. Große Teile der Landschaft sind von Wäldern und landwirtschaftlich genutzten Flächen bedeckt.

  1. Abschnitt: 8,9 km

Route

Rundtour Zalaszentgrót

Wer ausschließlich Rad fahren möchte, kann diesen Rundweg auch auslassen, denn nach der Ankunft in Zalaszentgrót kehren wir später auf demselben Weg zurück. Die Stadt lohnt jedoch einen Besuch: eine authentische ländliche Atmosphäre, die vom Tourismus noch weitgehend unentdeckt geblieben ist, freundliche Preise und einige interessante Sehenswürdigkeiten.

Wir fahren in die Stadt hinein, überqueren die Balatoni-Straße und biegen an der Szabadság-Straße rechts ab. Entlang der Szabadság-Straße überqueren wir erneut die Balatoni-Straße und fahren geradeaus weiter auf der Bocskai-Straße. Nach etwa 300 Metern gelangen wir auf den markierten Radweg (Teil der EV14).

Wir fahren am Angelsee vorbei – ein möglicher Rastplatz – und folgen dem Radweg bis zur Ifjúság-Straße. Dort biegen wir rechts ab und nach etwa 50 Metern links auf einen Schotterweg, dem wir bis zur asphaltierten Gyár-Straße folgen. Dort biegen wir erneut links Richtung Zentrum ab.

Die Gyár-Straße geht später in die Kossuth-Straße über, auf der wir ins Zentrum gelangen. Zalaszentgrót gehört zu den wenigen Ortschaften, deren Hauptstraße nicht nach Kossuth, sondern nach dem Ministerpräsidenten der Revolution von 1848, Lajos Batthyány, benannt ist.

Am Ende der Kossuth-Straße biegen wir rechts in die Batthyány-Straße ein – hier befindet sich das Stadtzentrum. Wir fahren weiter, überqueren den Fluss Zala und biegen am Ende der Straße links auf die Hauptstraße ab. Dieser Abschnitt weist stärkeres Verkehrsaufkommen auf, doch wir fahren nur knapp einen Kilometer darauf, bevor wir rechts einen kleinen Abstecher zu lokalen Produzenten machen.

Der Abstecher führt über einen steinigen, schwer befahrbaren Weg mit kleineren Steigungen. Danach fahren wir weitere 700 Meter auf der Hauptstraße und biegen anschließend links zurück Richtung Zalaszentgrót in die Szabadság-Straße ab. Über diese gelangen wir wieder zum Ausgangspunkt der Stadtrunde, wo wir rechts Richtung Balatoni-Straße weiterfahren.

In Zalaszentgrót erreichen wir zunächst den Sportsee mit seinen zwei Teichen. Rund um die Angelseen wurde auch ein Lehrpfad angelegt.

Nach den Seen folgt das Industrieviertel der Stadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann in Szentgrót durch die Verstaatlichung bestehender Betriebe und die Eröffnung neuer Werke ein bedeutender industrieller Aufschwung. So wurde beispielsweise die 1928 gegründete Butterfabrik nach 1945 zum Käsewerk des Milchindustrieunternehmens des Komitats Zala.

Auch ein Backwarenbetrieb und die Mühle von Tüskeszentpéter eröffneten hier Niederlassungen. Zudem existierten bedeutende Ziegeleien, Bauunternehmen und holzverarbeitende Genossenschaften. Das Bekleidungsunternehmen Rekord besteht bis heute.

Zwischen den alten Fabrikgebäuden befindet sich auch das Weingut Dóka Éva, eines der Ziele unserer Tour. Das Zentrum der Kellerei wurde im Gebäude der ehemaligen Spirituosenfabrik eingerichtet.

Im Stadtzentrum dominiert die frei stehende Pfarrkirche St. Emmerich den Platz. Laut Inschrift über der Sakristeitür wurde sie zwischen 1753 und 1758 von der Familie Batthyány erbaut. Ihr Familienwappen ist bis heute auf der oberen Ebene des Turms sichtbar.

Die Kirche besitzt mehrere Besonderheiten, darunter die gotische Holzstatue der „Madonna von Szentgrót“ aus den 1490er Jahren.

Die häufige Erwähnung des Namens Batthyány in Szentgrót ist kein Zufall. Die Familie war über mehrere Jahrhunderte eng mit der Stadt verbunden. Ihr ehemaliges Schloss – eines der Wahrzeichen von Zalaszentgrót – steht bis heute am Ende der Batthyány-Straße.

An der Stelle des heutigen, als Schule genutzten Gebäudes errichtete die Familie Szentgróti bereits im 12. Jahrhundert eine strategisch wichtige Festung auf einer von Nebenarmen der Zala umgebenen Insel. Während der Türkenzeit wurde die Burg mehrfach heftig angegriffen und verlor später ihre Bedeutung.

1654 gelangte Szentgrót in den Besitz von Batthyány Adam I. An Stelle der alten Grenzfestung errichteten spätere Familienmitglieder Ende des 18. Jahrhunderts unter Verwendung der alten Steine das noch heute bestehende spätbarocke, U-förmige Schloss.

Die letzten Besitzer des Schlosses waren ab Ende des 19. Jahrhunderts die Károlyi-Familie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude verstaatlicht und dient seit 1950 als Bildungseinrichtung.

Das Schloss liegt in einem geschützten, etwa zweihundert Jahre alten Park mit alten Platanen, der rund vier Hektar umfasst.

Direkt vor dem Schloss fließt die Zala – der wichtigste Fluss der Region, Namensgeber des Komitats und zahlreicher Siedlungen sowie wichtigster Wasserlieferant des Balaton. Die Zala entspringt bei Szalafő im Őrség-Gebiet und mündet bei Keszthely in den Balaton.

Vor dem Schloss befindet sich eine unterbrochene Steinbrücke. Sie wurde zwischen 1844 und 1846 an der Stelle der früheren hölzernen Zollbrücke der Familie Batthyány errichtet. Ursprünglich führte sie über die Zala, doch bei der Regulierung des Flusses wurde das Wasser umgeleitet.

Die Brücke besitzt den Status eines herausragenden Baudenkmals und gilt aufgrund ihres Alters als eines der bedeutendsten historischen Bauwerke der Region.

Csáford liegt etwa vier Kilometer vom Zentrum Zalaszentgróts entfernt und gehört seit 1984 gemeinsam mit Tekenye, Zalaudvarnok und Zalakoppány zur Stadt. In diesem Jahr erhielt Zalaszentgrót als hundertste Siedlung Ungarns erneut das Stadtrecht.

Dank der günstigen topografischen Bedingungen ist Csáford ein Weinbaugebiet. Als Teil der Weinregion Zala eignet sich das Gebiet hervorragend für aromatische, lebendige weiße Rebsorten mit ausgeprägter Säurestruktur. Darüber hinaus bieten sich wunderschöne Ausblicke auf das Zala-Tal.

Neben kleinen Familienbetrieben und Hobby-Winzern finden sich hier auch andere Arten von Familienunternehmen.

  1. Abschnitt: 22,0 km

Route

Zalaszentgrót – Zalaszentlászló – Zalaköveskút – Karmacs – Hévíz (EV14)

Von der Balatoni-Straße aus fahren wir auf der internationalen EV14-Route weiter Richtung Hévíz. Der Rückweg verläuft größtenteils auf verkehrsarmen Straßen mit angenehmen, langgezogenen Abschnitten und sanften Höhenunterschieden.

Nachdem wir Zalaszentgrót verlassen haben, erreichen wir bald Zalaszentlászló. Hier lohnt sich ein Halt beim von Imre Makovecz entworfenen Gemeindehaus. Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel der organischen Architektur des berühmten ungarischen Architekten und fügt sich harmonisch in die natürliche Umgebung ein.

Die Strecke führt anschließend weiter durch die ruhige Landschaft des Zala-Tals. Wälder, Wiesen, kleinere landwirtschaftliche Flächen und sanfte Hügel bestimmen das Bild. Der Verkehr bleibt gering, wodurch dieser Abschnitt besonders angenehm zu fahren ist.

An der Grenze von Zalaköveskút befindet sich ein Aussichtspunkt, der eine wunderschöne Aussicht auf das Zala-Tal bietet. Hier lohnt sich eine Pause, um das Panorama und die stille Natur zu genießen.

Die Region rund um Zalaköveskút gehört zu den ruhigsten Teilen des westungarischen Hügellandes. Kleine Dörfer, traditionelle Bauernhäuser und weitläufige grüne Landschaften prägen die Atmosphäre.

Auf dem weiteren Weg erreichen wir erneut Karmacs. Von dort aus führt die Route zurück Richtung Hévíz. Die letzten Kilometer verlaufen auf bekannten Abschnitten, während sich langsam wieder die Wälder und Feuchtgebiete rund um den Hévízer See zeigen.

Bei der Rückkehr nach Hévíz spürt man erneut das besondere Mikroklima der Region. Der Thermalsee und die ihn umgebenden Schutzwälder sorgen für feuchte, saubere Luft und eine einzigartige natürliche Umgebung.

Der Hévízer See ist der größte biologisch aktive natürliche Thermalsee der Welt. Das ständig zirkulierende warme Wasser ermöglicht ganzjähriges Baden, während die besonderen Wasserpflanzen – darunter die berühmte indische rote Seerose – das Wahrzeichen der Stadt bilden.

Der den See umgebende Schutzwald schützt das Gebiet vor Wind, Staub und rascher Abkühlung. Gemeinsam mit dem verdunstenden Thermalwasser schafft er ein außergewöhnliches Mikroklima, das den Ruf von Hévíz als bedeutender Kurort begründet.

Die Tour endet wieder beim Tourinform-Büro im Zentrum von Hévíz.