Gewichtsbad

Eine Hévízer Spezialität

Das Gewichtsbad ist eine Unterwasserbehandlung, bei der die Wirbelsäule gedehnt und die einzelnen Wirbel voneinander gelöst werden. Dadurch ist die Rückstellung der Bandscheiben in ihre ursprüngliche, natürliche Position möglich. Das Gewichtsbad ist völlig schmerzfrei, da sich der Körper durch die Auftriebskraft des Wassers entspannt und durch die Gewichte sehr schonend gedehnt wird. Während der Behandlung wird der Patient am Hals und/oder unter den Armen am Beckenrand fixiert, wobei je nach Krankheitsbild unterschiedlich schwere Gewichte am Rücken und/oder an den Fußgelenken angebracht werden. Die Gewichte sind üblicherweise 2, 3 oder 5 kg schwer.

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Die verwendeten Gewichte können bei der Gewichtsbad-Behandlung auf 3 verschiedene Weisen aufgehängt werden:

  • an einem Punkt (nur am Hals)
  • an zwei Punkten (Achselauflage)
  • an drei Punkten (Hals und Achselauflage)

Die insgesamt höchstens 20 kg schweren Gewichte werden am Körper nach ärztlicher Anweisung angebracht.
Behandlungszeit: 20 Minuten
Temperatur: 34 bis 35 Grad

Empfehlungen:

  • Entlastung der Bandscheiben und der unter Druck stehenden Nervenwurzeln
  • Lösung der Muskelkrämpfe
  • Mäßigung von Band- und Muskelschrumpfungen

Gegenanzeigen:

  • Beschwerden des Herz-Adersystems
  • Fieber, ansteckende Krankheiten
  • akute bewegungsorganische Krankheiten
  • Gleitwirbel
  • bösartige Geschwulst
  • bis 6 Wochen nach Bandscheibenoperationen

Woher stammt das Gewichtsbad?

Vermutlich behandelte man bereits vor Hippokrates (460–370 v. Chr.) Erkrankungen der Wirbelsäule durch Strecken. Das Traktionsgerät von Hippokrates wurde noch im 16. Jahrhundert verwendet. Dabei wurde der Patient mit Drähten, die um den Brustkorb und um das Becken geschlungen waren, gestreckt.

Dr. Károly Moll ist der Erfinder der Gewichtsbades unter Wasser. Seine Studie zu diesem Thema wurde 1953 veröffentlicht. Auf die Idee, die Traktion beim Baden im See anzuwenden, kam der Oberarzt durch verschiedene „Wiederherstellungsmethoden“. Bei seinen ersten Versuchen fixierte er die Gewichte auf einem eigens angefertigten Tragegurt. Während der Behandlung hing der Patient mit den Achselhöhlen auf einem Barren oder auf einem Floß. Die Muskeln entspannen sich im warmen Wasser, die Wirbelsäule wird gestreckt und der Knorpelbruch zieht sich zurück. Diese Prozesse werden auch vom hydrostatischen Druck im Wasser begünstigt. Diese Behandlung stellt eine der bedeutendsten Entdeckungen der ungarischen Rheumatologie dar.

Die weiterentwickelte Variante der Methode heißt Badefloß. Hier wird zusätzlich ein Kopfhalter benutzt, so ist der Patient auf drei Punkten fixiert: unter den Achseln und am Hals.

In den vergangenen 50 Jahren wurden viele Neuerungen bei Behandlungen durch Ziehen getestet, verändert haben sich jedoch nur die Rahmenbedingungen. Dazu zählen Behandlungsdauer und Größe der Gewichte. Heute beträgt die Behandlungsdauer mit Gewichten 10 bis 25 Minuten, ohne Gewichte 5 bis 15 Minuten.

Das Gewichtsbad ist zugleich eine Form von Balneo- und Hydrotherapie. Das warme Thermalwasser erhöht den Wirkungsgrad der Behandlung maßgeblich.

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Das Gewichtsbad wird ausschließlich vom behandelnden Arzt angeordnet, ebenso die Dauer und Größe der Gewichte. Bei der Behandlung wird das Gewicht stufenweise erhöht.

Bei speziellen Behandlungen hängt der Patient an einem Halseisen, die Ziehkraft des Eigengewichtes wird durch Auftrieb verringert. Werden untere Wirbelsäulenabschnitte behandelt, benutzt man Gewichte von 3 bis 10 Kilogramm. Die Behandlung von Knie und Hüfte erfolgt mit Achselhöhlenstützen. Die Gewichte werden auf die Knöchel gelegt. Die Behandlungsdauer beträgt 10–20 Minuten.

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