Museen

Museum Egregy

Die Funde der Ausstellung des 2015 neu errichteten Museums umfassen einen langen Zeitraum: von 6000 v. Chr. bis zum Mittelalter.

Die erste von den dreizehn Vitrinen stellt die Jungsteinzeit vor, als sich die ersten Siedler vor 8.000 Jahren in Egregy niederließen. Davon zeugen die Funde an Steinwerkzeugen und Keramikscherben.

Neben Fundstücken aus der Bronze-, der frühen, der mittleren sowie der späten Eisenzeit, dokumentiert die Ausstellung in fünf Vitrinen die Zeit der Römer.

Im Schlamm des Hévízer See gefundene Münzen beweisen: der See wurde von den Römern schon vor 2.000 Jahren nicht nur für Alltagsarbeiten wie die Lederverarbeitung, sondern auch zum Baden genutzt. In den Vitrinen sind Beispiele römischer Architektur, verwendeter Baumaterialien sowie Altarsteine zu sehen.

Ein eigener Raum zeigt Bilder rekonstruierter römischer Villen – darunter auch die Villa Rustica neben dem Egregyer Museum. Die Gebäude wurden für römische Soldaten, die altersbedingt aus der Armee ausschieden, errichtet. Auf dem Egregyer Grundriss sind die Tragpfeiler eines römischen Warmwasserbades und ein Mithras-Altar aus späterer Zeit zu erkennen.

In den Vitrinen sind Mosaikstücke, Fensterglasfragmente, zwei Kupferfiguren – und eine einzigartige, winzige Rehfigur ausgestellt. Fachleute glauben, dass es sich dabei um ein Spielzeug eines Patrizierkindes handelte. Die Figur wurde in der späten Kaiserzeit aus Bronze gegossen. Andere Wissenschafter gehen davon aus, dass es sich um ein Totemtier handelt, das einem Grab beigelegt worden war.

Die Zeit der Völkerwanderung dokumentieren Gürtelschnallen, Schmuckstücke und Keramiken – sowie die „Hexe” aus dem 9. Jahrhundert. Eine Besonderheit der auf dem Hévízer Hügel offengelegten Siedlung war der Skelettfund einer 20 bis 30-jährigen Frau. Experten glauben, dass die Dorfgemeinschaft große Angst vor ihr hatte. da ihr Körper in einer ungewöhnlichen Position auf dem Boden platziert war: beide Arme eingeknickt, die Beine in Grätschstellung, was auf Praktiken zur Bekämpfung von Vampirismus hinweist. Ihr Haus war abgerissen und mit Erde bedeckt worden.

 

Grab des römischen Soldaten

Das Grab des römischen Soldaten – auch spätrömisches Ziegelgrab genannt – befindet sich im Stadtteil Egregy. Es wurde aus Ziegelsteinen mit ungelöschtem Kalk gefertigt.

1925 wurde es bei Feldarbeiten entdeckt. Die Grabfunde mit Skelett, Gürtel- und Kleiderschnalle aus Bronze, Steinmesser sowie Münzen – stammen aus der Zeit des römischen Kaisers Constantinus II. Die Fundstücke wurden ins Balaton Museum in Keszthely gebracht, das Skelett blieb auf seinem Platz.

Im Hof eines Hauses in der Egregyer Straße wurde ein Backofen zum Ziegelbrennen gefunden.
Dass in Egregy reiche Römer lebten, beweisen auch die 276 Geldstücke, die sich im Inneren eines Römertopfes befanden, der auf dem Weg zur Kirche aus der Árpádenzeit gefunden wurde.

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Römischer Ruinengarten

Bereits die alten Römer badeten im Hévízer See. Davon zeugt der römische Ruinengarten am Ende der Attila Straße, der im Jahre 2011 umfassend restauriert wurde. Im Jahre 1931 waren Reste der römischen Villa aus der frühen Kaiserzeit entdeckt worden, nicht weit davon entfernt wurde zwischen 2001 und 2003 die Villa Rustica freigelegt.

Das Haus wurde Ende des 1. Jahrhunderts errichtet. Funde lassen vermuten, dass es bis ins 4. Jahrhundert bewohnt und reich verziert war.
Zu Jahrhundertwende wurde an seiner Stelle ein großes Steingebäude errichtet, das 45 m lang und 23 m breit war. Die Grundfläche betrug also über 1.000 m2. Das Gebäude, das von Osten mit einem Porticus (Säulenveranda) versehen war, verfügte über mehrere Badebecken mit warmem, lauwarmem und kaltem Wasser. Dennoch ist es nicht sicher, dass das Gebäude als Wohnobjekt der Villa urbana diente, da keine Spuren einer Zentralheizung entdeckt wurden.

Im 3. Jahrhundert wurde das Gebäude mit einem geänderten Grundriss neu gebaut. Nachdem der Grundstein eines Altars gefunden wurde, geht man davon aus, dass damals sogar ein Mithras-Chor errichtet worden war. Sowohl der Chor als auch das Gebäude dürften im 4. Jahrhundert zerstört, danach wieder aufgebaut und Anfang des 5. Jahrhunderts ein weiteres Mal völlig zerstört worden sein. Über die genaue Nutzung des Gebäudes gibt es keine gesicherten Beweise.

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Flavius-Wunschbänder an den Ruinen der Villa Rustica!

Mehrere – auf Wunschbänder geschriebene – Wünsche zieren den römischen Ruinengarten beim Egregyer Museum am Ender der Attila Straße. Mit den bunten Bändern lassen wir eine römische Legende wiederbeleben.

Die bekannteste Legende über Hévíz, die von der Entstehung und der wunderkräftigen Wirkung des Thermalsees handelt, ist mit dem Namen des römischen Kaisers Flavius Theodosius verbunden.

Der Legende nach litt Flavius an Kinderlähmung. Seine christliche Amme betete jeden Tag zu Maria, und bat um die Heilung des kleinen Jungen. Die Gebete fanden bei Maria Gehör, und als Antwort schlug sie eine Quelle. Aus der Quelle entstand ein ganzer See, in dessen Wasser das kranke Kind von der Amme regelmäßig gebadet wurde.

Es war beinahe ein Wunder, dass Flavius – durch das Wasser genesen – zu einem starken, gesunden Herrscher und zum Kaiser des Römischen Reiches wurde. Als Dank erhob er das Christentum im Jahre 391 in seinem ganzen Reich zur Staatsreligion. 

Der legendäre Heilsee ist nichts anderes als der Hévízer Thermalsee, in dessen Wasser seitdem mehrere tausend Menschen genasen und die Freude der gesunden Bewegung zurückgewannen.

Die Flavius-Wunschbänder sind in unserem Webshop, im Egregyer Museum und im Hévízer Tourinform-Büro zu einem Preis von 200 Forint erhältlich.

 

Museale Sammlung

Bei einem Nachmittagsspaziergang lohnt sich der Besuch der Musealen Sammlung Hévíz im Obergeschoss des Kinos Fontana, in der Fußgängerzone. Im ortsgeschichtlichen Saal sind Exponate von Bad Hévíz aus den vergangenen 210 Jahren zu sehen; auch ein Gedenkzimmer für Dr. Károly Moll d. Ä., den berühmtesten Mediziner der Stadt .

Im Museum gibt es auch temporäre Ausstellungen.
Die Fassade des Gebäudes ziert das Werk „Quelle” vom Munkácsy-Preisträger János Németh.

Ständige Austellungen
EINZIGARTIG AUF DER WELT – Balneologische und geschichtliche Ausstellung.
Die Ausstellung kann ausschließlich mit einer gültigen Karte für die Munkácsy-Ausstellung besucht werden.

Gäste, die für längere Zeit nach Bad Hévíz kommen und während der Heilkur Kultur genießen möchten, finden in der Stadtbibliothek „Móricz Zsigmond” Bücher in ungarisch und weiteren Sprachen.

Temporäre Ausstellungen gibt es nicht nur in der Musealen Sammlung. In der einzigen Kunstgalerie eines Hotels, im Hotel Aquamarin, sind bei Vernissagen die Künstler persönlich anzutreffen. Auch im Gasthof Magyar Csárda (Ungarische Tscharda) gibt es seit 15 Jahren einen Ausstellungsraum. Kulturelle Events oder Ausstellungen werden auch von größeren Hotels veranstaltet und können kostenlos besucht werden.

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